Google hat angekündigt, die Darstellung von Links in AI Mode und AI Overviews in fünf Punkten zu überarbeiten. Hema Budaraju, VP für Produktmanagement, erläutert die Änderungen in einem Blogbeitrag. Links im Antworttext sollen häufiger weiter oben platziert werden. Außerdem beginnt ein Test, bei dem bei Suchanfragen zu bestimmten Aufgaben Links zu offiziellen Websites direkt am Anfang der Antwort erscheinen. Das Karussell mit aktuellen Nachrichten wird auf weitere Regionen und Sprachen ausgeweitet. Bei Videoergebnissen wird zudem getestet, ob Nutzer über den Namen eines Urhebers zu dessen Search-Profil wechseln können.
Die „Belege“ für KI-Antworten rücken auf dem Bildschirm weiter nach oben
Suchfunktionen, die Fragen mit KI-generierten Texten beantworten, sind praktisch. Doch vielen dürfte beim Lesen schon einmal die Frage gekommen sein: „Woher stammt diese Information eigentlich?“ Googles aktuelles Update scheint auf diese Frage mit einer Anpassung der Benutzeroberfläche zu reagieren.
Das Unternehmen erklärt, dass es die Sichtbarkeit von Inline-Links – also Links direkt neben dem Antworttext – in seinen KI-Erlebnissen kontinuierlich erhöht hat. Nun sollen Links häufiger weiter oben als bisher platziert werden. Damit treibt Google die im Mai angekündigte Entwicklung weiter voran, Links neben den jeweils relevanten Textstellen anzuzeigen.
Konkrete Zahlen dazu, um wie viel häufiger Links angezeigt werden, wurden allerdings nicht genannt. Dass sich die Darstellung ändert, ist klar; in der Ankündigung bleibt jedoch offen, wie groß die Veränderung ausfällt.
Auch das Ende der Antworten ändert sich
Bei einigen Antworten erhalten die am Ende angezeigten Links Bildvorschauen. Das Design soll laut Google „das Klicken erleichtern“. Im Mai hatte das Unternehmen angekündigt, am Ende einer Antwort Links zu Artikeln einzublenden, die weitere Aspekte des Themas behandeln. Das Update verfeinert nun die Darstellung.
Nach dem Lesen des Textes geht es über eine Artikelkarte mit Vorschaubild zur nächsten Lektüre. Das Design ist offenbar auf genau diesen Übergang ausgelegt.
Wenn es nur wenige offizielle Informationen gibt, geht es direkt zur offiziellen Website
Ein weiterer Schwerpunkt ist ein Test für Suchanfragen zu bestimmten Aufgaben. Gemeint sind etwa Anfragen zu Verfahren oder Einstellungen, bei denen es nur eine oder zwei verlässliche offizielle Informationsquellen gibt. In solchen Fällen sollen Links zu offiziellen Websites ganz oben in der Antwort stehen, ergänzt um eine Erklärung, warum die jeweiligen Seiten hilfreich sind.
In vielen Fällen ist es sicherer, direkt die zuständige offizielle Seite aufzurufen, statt eine von der KI zusammengefasste Erklärung zu lesen. Als Versuch, KI weniger als „Antwortgeber“ und mehr als Wegweiser zur richtigen Anlaufstelle einzusetzen, ist das interessant. Die Darstellung wird jedoch noch getestet; wann sie allgemein verfügbar sein soll, ist nicht bekannt.
Mehr Wege zu Artikeln und Urhebern
Das Karussell mit aktuellen Nachrichten – eine Artikelliste, durch die man horizontal wischen kann – wird nun in weiteren Regionen und Sprachen eingeführt. Dabei werden Artikel aus Preferred Sources besonders hervorgehoben. Das sind Websites, die Nutzer bei der Suche als Quellen auswählen können, von denen sie „mehr sehen möchten“. Laut Google hat sich die Zahl der Nutzer von Preferred Sources seit Jahresbeginn mehr als versiebenfacht; konkrete Zahlen wurden jedoch nicht veröffentlicht.
Welche Regionen und Sprachen genau hinzukommen, wurde in der Ankündigung ebenfalls nicht genannt. Eine pragmatische Maßnahme dürfte daher sein, die Ergebnisse der KI-Suche in den Ländern und Sprachen zu überprüfen, die für die eigene Website relevant sind.
Von Videoergebnissen zum Profil des Urhebers
Bei Videoergebnissen in AI Mode läuft seit dieser Woche ein neuer Test. Wer auf den Namen eines Urhebers oder Verlags klickt, gelangt dabei zu dessen Search-Profil. Search-Profile wurden im Juni eingeführt und bieten eine zentrale Seite mit den Inhalten eines Urhebers, etwa Artikeln, Videos und Social-Media-Beiträgen.
Laut der Hilfeseite können Urheber in den USA, Kanada und Indien ein Profil erstellen, sofern sie auf YouTube, Instagram, X oder TikTok mindestens 10.000 Follower haben. Außerdem muss der Inhaber des Google-Kontos mindestens 18 Jahre alt sein. Der Zugang über AI Mode ist derzeit auf den Test beschränkt.
Bessere Sichtbarkeit und mehr Zugriffe sind zwei verschiedene Dinge
Wenn Links weiter oben in einer Antwort erscheinen, müssten auch die Klickzahlen steigen. Das liegt als Erwartung nahe, doch so einfach ist es nicht. In der Search Console wird allen Links innerhalb eines AI Overview dieselbe Position zugewiesen – die Position des gesamten Overviews. Selbst wenn ein Link innerhalb der Antwort nach oben rückt, ändert sich seine Position im Bericht also nicht.
Damit eine Website für Preferred Sources berücksichtigt wird, muss sie in der Search Console in den generativen KI-Funktionen der Suche enthalten sein. Diese Voraussetzung gilt sowohl für AI Mode als auch für AI Overviews. Außerdem gibt es eine Schaltfläche und Deeplinks, über die Leser die eigene Website hinzufügen können.
Von den angekündigten Neuerungen wird die Ausweitung des Karussells bereits umgesetzt. Die Anzeige offizieller Websites am Anfang von Antworten und der Weg zu Profilen befinden sich noch in der Testphase. Bei der KI-Suche wird es künftig wichtig sein, Veränderungen in der Darstellung klar von möglichen Änderungen bei der Bewertung oder den Zugriffszahlen einer Website zu unterscheiden.


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