Thariq Shihipar, technischer Mitarbeiter bei Anthropic, empfahl in einem Podcast-Interview, Claudes „Artifacts“ für die Verwaltung langfristiger Projekte und die Zusammenarbeit mit KI-Agenten zu nutzen. Er skizzierte die Idee, Arbeitspläne und die Aktivitäten mehrerer Agenten auf einer gemeinsamen Oberfläche sichtbar zu machen, erklärte aber auch, dass die dafür nötige Infrastruktur noch im Aufbau ist.
Nicht nur Aufgaben per Chat stellen, sondern den Gesamtüberblick über die Arbeit teilen
Zu den 2024 eingeführten Artifacts schlug Shihipar vor, sie als Dashboard zur Übersicht über den Projektstatus zu nutzen. Statt der KI jedes Mal neue Anweisungen zu senden, geht es darum, auf einer gemeinsamen Arbeitsoberfläche festzuhalten, woran gearbeitet wird und welche Anforderungen bestehen.
Als konkretes Beispiel nannte er ein Kanban-Management, bei dem Aufgaben auf Karten organisiert werden. Er beschrieb ein System, in dem Aufgabeninformationen in einer Datenbank gespeichert und von mehreren Claude-Instanzen abgerufen werden. KI-Agenten sind KIs, die auf Anweisung Aufgaben erledigen. Wenn mehrere Agenten die Arbeit untereinander aufteilen, braucht es neben den einzelnen Unterhaltungen einen Ort, an dem sich der Gesamtfortschritt überblicken lässt.
Im Mittelpunkt des Vorschlags steht der Wechsel von der Frage, wie man Anweisungen formuliert, hin zu der Frage, wie sich der Arbeitsstand teilen lässt. Bei Aufgaben, deren Anforderungen bis in Diagramme, Code oder Datenstrukturen reichen, kann es hilfreich sein, Änderungen direkt am jeweiligen Arbeitsgegenstand zu besprechen, statt alles auf den Austausch in Textform zu beschränken.
Wie lassen sich Chat und Arbeitsoberfläche sinnvoll aufteilen?
Wenn es jedoch mehrere Kommunikationswege gibt, müssen sie auch voneinander abgegrenzt werden. Im Interview fragte SWYX, Co-Moderator des Podcasts, wie sich Rückmeldungen zu Artifacts von Anweisungen im Claude-Chat unterscheiden sollten. Eine mögliche Alternative sei, der Einfachheit halber alles im Chat zu kommunizieren.
Shihipar stellte sich eine Oberfläche vor, auf der Nutzer einen fortlaufend aktualisierten Arbeitsplan kommentieren und die Arbeit mehrerer Agenten verfolgen können. Artifacts soll demnach als Zugang zu einer Ausführungsumgebung dienen, die die Arbeit der KI unterstützt.
Die hier beschriebene Oberfläche dient nicht nur dazu, fertige Ergebnisse anzusehen. Sie soll auch ein Ort sein, an dem Nutzer laufende Pläne kommentieren und die Richtung der Arbeit anpassen können. Daraus lässt sich eine Aufgabenteilung ableiten: Der Chat dient als Einstieg für Aufträge und Rückfragen, während Artifacts die konkrete Arbeit sichtbar macht und zur Mitwirkung einlädt. Diese Aufteilung wurde jedoch nicht als endgültige Spezifikation vorgestellt.
Die Idee, Denk- und Ausführungsort voneinander zu trennen
Technisch skizzierte Shihipar ein Konzept, das die von Nutzern betrachtete Oberfläche, den Ort, an dem die KI Entscheidungen trifft, und die Umgebung für die eigentliche Ausführung der Arbeit voneinander trennt. Eine KI in der Cloud soll die Arbeit koordinieren, bei Bedarf Aufgaben auf dem lokalen Computer oder in einer entfernten Ausführungsumgebung erledigen und den Status in Artifacts anzeigen.
Selbst wenn mehrere unterstützende Agenten jeweils eigene Aufgaben erledigen und miteinander kommunizieren, sollen Nutzer ihre Aktivitäten über eine einzige Oberfläche verfolgen können. Die Trennung zwischen den Entscheidungsprozessen der KI und der Arbeit auf dem lokalen Computer eröffnet zudem die Möglichkeit eines Betriebs, der nicht davon abhängt, ob der Computer eingeschaltet ist.
Das bedeutet nicht, dass sich all diese Funktionen bereits mit den aktuellen Artifacts nutzen lassen. Es handelt sich um eine Zukunftsvision von Shihipar. Er räumte ein, dass die Infrastruktur noch aufgebaut werden muss. Im Interview nannte er weder einen Termin für die Einführung des Gesamtkonzepts noch einen Entwicklungszeitplan.


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